Der Weißenburger Stadtschreiber

Der Stadtschreiber in Weißenburg – Werkübergabe

Stefan Griebl alias Franzobel lebte 3 Monate in Weißenburg, um sich ein umfassendes Bild der Stadt, der Leute und der Kultur zu machen. Er studierte intensiv die Geschichte der 18.000 Einwohner Stadt und lernte auch die Region Mittelfranken kennen.
Nach gut 4-monatigem schöpferischem Prozess wird nun das Theaterstück an die Stadt Weißenburg, vertreten durch den Oberbürgermeister Jürgen Schröppel, übergeben.

Wie entstand die Idee zum Stadtschreiber- Projekt?

Ideengeber dieses Projektes waren die kulturinteressierten Weißenburger Bürger Herr Dr. Karl-Friedrich Ossberger, Mathias Meyer und Jan Stephan! Inspiriert von den aktuellen Diskussionen rund um das Bergwaldtheater entstand die Idee ein neues Format zu entwickeln, welches  das Potential der Bühne ausschöpft und die langjährige Tradition des Freilichttheaters wiederaufleben lässt. Dabei sollte das aktuelle Bergwaldtheater-Programm, welches  sehr erfolgreich mit Gastspielbühnen, bekannten Musikgruppen und auch regionalen Theatergruppen bespielt wird, durch ein Angebot ergänzt werden, das an die lokale Theatertradition des Bergwaldtheaters anknüpft. Schwerpunkt sollte der Einbezug regionaler Theatervereine, professioneller  Theaterschaffender und  regionaler Geschichte, als Theaterstoff sein.

Für das Theaterstück sollte nun ein passender Autor gefunden werden, der bereit war, die Geschichte und das Leben der Region in einem dramatischen Stoff zu verarbeiten.  Die Idee des Stadtschreibers für Weißenburg wurde geboren. Etliche wurden von dem Initiatorenkreis angefragt und schnell führte die Suche nach Wien/Österreich zu Franzobel (Vita beiliegend), welcher bereits als Stadtschreiber für Linz, Sylt und Split tätig war, sowie als erfolgreicher Dramatiker sich auch historischen Themen widmete. Der Weißenburger Kulturausschuss stimmte dem Projekt einstimmig zu und Franzobel wurde nach Weißenburg eingeladen.

Bei einer Auftaktveranstaltung Anfang Februar 2017 im Söller wurde Franzobel der lokalen Öffentlichkeit als neuer Stadtschreiber vorgestellt. Dabei präsentierte der bekannte Schriftsteller und Dramatiker in einer Lesung seinen neuesten Roman „Das Floß der Medusa“. Der Erfolg dieses Werkes ließ  nicht lange auf sich warten. Lesungen, die Platzierung auf der Shortliste des deutschen Buchpreises und die Verleihung des bayrischen Buchpreises prägten Franzobels Jahresende. 

Nach intensiver Recherche Franzobels in Weißenburg in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchivar, Zeitzeugen und der Weißenburger Bibliothek, folgte eine kreative Schreibphase.  Nach dem Erfolg seines Romans entstand nun sein nächstes Werk: das Stadtschreiberstück „Der Lebkuchenmann“.

Wie soll das Stück im Bergwaldtheater umgesetzt werden?

Unter Einbezug regionaler, aber auch professioneller Theaterschaffender soll nun eine Theaterproduktion auf die Beine gestellt werden.
Hierfür benötigt es erfahrene Theatermacher aus dem Bereich Produktion, Regie, Bühnenbild und Kostüm. Natürlich auch ein spielfreudiges Ensemble aus professionellen Schauspielern, semiprofessionellen Schauspielern und Laienschauspielern, sowie regionaler Unternehmer und Liebhaber des Bergwaldtheaters, die das Projekt unterstützen.

Bei der Umsetzung wird ganz stark auf die Region Altmühlfranken gesetzt. Ein Theaterstück von den Bürgern für die Bürger wird zum Motto dieser Umsetzung. Das Potential der Region soll  genutzt werden. Handwerkliche Leistungen für das Bühnenbild, regionale Musiker, Chöre, Bands und historische Vereine sollen ihren Platz in diesem Theaterstück finden. Auch in Sachen Finanzierung fördert eine regionale Kulturstiftung das Projekt: die Hirschmann-Stiftung.

Für das Schauspielensemble konnten regionale Theatervereine und Bühnen gewonnen werden.  Die örtlichen Theatervereine Weißenburger Bühne ‘87 e.V. und Luna Bühne Theater e.V. (die bereits langjährige Theatererfahrung auf der Naturbühne gesammelt haben) sowie vereinzelte Schauspieler der Pfofelder Vorhangreißer werden an der Produktion mitwirken. Zudem sollen professionelle Schauspieler das Ensemble ergänzen.

Als Koordinatorin vor Ort wurde die gut vernetzte Theaterwissenschaftlerin Antje Wagner (Vita beiliegend)  von THEATERmachtSTARk ins Projekt einbezogen. Sie wird in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt die Schnittstelle zwischen dem künstlerischen Team und dem Ensemble sein und organisatorische Aufgaben übernehmen. Aktuell etabliert sie nun gemeinsam mit dem Kulturamt eine passende Organisationsstruktur und sorgt für die Einbindung der beteiligten Theatervereine und regionalen Mitwirkenden.

Für die künstlerische Umsetzung werden aktuell Gespräche für die Positionen der künstlerischen Leitung bzw. Regie geführt.  Im Gespräch ist der bekannte Regisseur Georg Schmiedleitner, der aktuell in Nürnberg und am Gärtnerplatz-Theater in München Regie führt, aber auch schon an den größten und renommiertesten Häuser im deutschsprachigen Raum, wie zum Beispiel in Bozen, Bern, Wien, Hannover und Hamburg gearbeitet hat. Er hat in Oberösterreich ein ähnliches Projekt als künstlerischer Leiter gemeinsam mit Laien und professionellen Schauspielern aufgebaut und dort unter dem Namen Theater Hausruck gesellschaftspolitische und zeitgeschichtliche Theaterstücke, unter anderem auch von Franzobel, zur Aufführung gebracht.

Wann wird das Stück  zu sehen sein?

Die Bergwaldtheatersaison 2019 soll ganz im Zeichen des 90-jährigen Jubiläums der Bergwaldbühne stehen. Im Mittelpunkt wird das Bergwaldtheater mit dessen Geschichte  und Entwicklung, als regionale Freilichtbühne und seinen treuen Akteuren stehen. 

In diesem Rahmen wird das Theaterstück „Der Lebkuchenmann“ als Jubiläumsstück und Geburtstagsgeschenk der Region zur Welturaufführung gebracht.

So schenken wir nicht nur der Region ein Stückchen Bergwaldtheatertradition zurück sondern auch der überregionalen Öffentlichkeit und werden zeigen was für einen Naturbühnen-Schatz Weißenburg hat.

Franzobel (1 Bilder)

Antje Wagner (1 Bilder)

Pressekonferenz am 08.03.2018

Pressemitteilung zur Werkübergabe (269,6 KB)

Der Lebkuchenmann (1 Bilder)